Schon Anfang April soll der neue Loot-Shooter „Outriders“ erscheinen. Doch die kostenlos spielbare Demo löst hitzige Debatten unter den Spielern und auch in der Fachpresse aus. In einem Punkt sind sich allerdings alle einig: Der Shooter wird kein Kandidat für einen Platin-Award werden.

Die aktuelle Demo konfrontiert die Spieler mit einigen technischen Problemen und hat ein doch eher gewöhnungsbedürftiges Storytelling. Das Leveldesign stellt das nächste Problem dar: Es ist zwar recht solide, haut einen aber auch nicht wirklich vom Hocker und das Gameplay bleibt teils hinter der Konkurrenz zurück.

Was kennzeichnet Outriders?

Die Entwickler von People Can Fly haben von Anfang an eine klare Message mit ihrem Spiel vermittelt, von der sich so manch ein großer Publisher eine Scheibe abschneiden könnte. Folgende Bedingungen haben die Entwickler von Beginn an kommuniziert:

  • Ein kurzweiliger Third-Person-Shooter mit Fokus auf die Story in einem Sci-Fi-Szenario.
  • Sowohl Singleplayer- als auch Koop-Schwerpunkte. Nur PvE und kein PvP.
  • 30-35 Stunden Spielzeit für die Kampagne
  • Keine DLC-Roadmap (DLCs an sich sind aber nicht ausgeschlossen), kein Service-Game und kein Echtgeld-Shop
  • Neben dem Shooter-Schwerpunkt liegt der Fokus auch auf dem Character Build. Insgesamt vier Hauptklassen, die sich dann noch einmal in drei Subklassen aufteilen können.

Die Entwickler wollen ein fertiges Spiel abliefern und sich klar von den großen Titeln des Genres wie „Destiny“, „The Division 2“ und Co. abgrenzen.

Wenig Zeit für Anpassungen

Die Beta-Demos der letzten Zeit, wie „Marvel´s Avengers“ oder aber auch „Fallout 76“, haben gezeigt, dass sich ein Spiel nicht innerhalb von 30 Tagen komplett anpassen lässt und die Beta-Kritikpunkte meist wie Seifenblasen verschwinden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass — falls kein Wunder geschehen sollte — wir einen nicht herausragenden Shooter bekommen werden. Ob das bei einem Preis von 60 Euro dann gerechtfertigt ist, müssen die Fans entscheiden.

Das führt uns auch zu den Kontroversen, die in der Community herrschen, denn wo der eine Teil der Spieler den Shooter schon als Flop verschreit, sehen andere das ganz anders und feiern das Spiel für sein Statement. Ihrer Meinung nach stemmt sich der Loot-Shooter gegen sämtliche Klischees des Genres. Denn wer auf Mikrotransaktionen verzichtet, keine Service-Roadmap-Versprechen macht und den Leuten eine funktionierende Demo ohne Zeitlimit in die Hände gibt, der hat es ihrer Meinung nach nicht verdient, als Flop verschrien zu werden.

Outriders: Piromancer-Klasse benutzt Feuerexplosions-Fähigkeit
Piromancer setzt eine Feuerexplosion frei.

Reddit-User üben Kritik

„Outriders“ bekommt ordentlich Kritik und das nicht nur durch die Presse. Auf Reddit lassen sich zahlreiche Postings finden, die die Probleme von „Outriders“ thematisieren. Hauptsächliche Kritikpunkte sind dabei:

  • Technische Probleme, selbst mit High-End-PC
  • Zu viele Zwischensequenzen und zum Teil steife Gesichtsanimationen
  • Story: Ein Klischee-Feuerwerk erster Güte
  • Das Deckungs-Gameplay ist nicht gut durchdacht und macht wenig Spaß
  • Schwaches Gunplay, kaum Trefferfeedback, wenige spannende Waffen
  • Ein nicht durchdachter Mischmasch aus Ideen anderer Spiele wie z.B. „Destiny 2“ und „Gears of War“.

Der Reddit-User u/Olieson fasst ganz gut zusammen, was schief läuft:

Die Kritik ist selbst für die Spieler, die das Spiel mögen, nachvollziehbar. Doch zeichnet sich, wie Eingangs beschrieben, eine andere dominante Meinung ab. Demnach soll „Outriders“ ruhig Mut zur Mittelmäßigkeit zeigen.

Shooter muss kein Meisterwerk werden

„Outriders“ wird zwar keinen Meilenstein setzen, aber immer noch gut genug sein. Die Spieler feiern es einfach für das, was es ist. Ihr bekommt von Anfang an tolle Ausrüstungen und könnt euch schon zu Beginn ein mächtiges Build für eure Klasse erstellen. „Outriders“ gibt einem schon sehr früh im Spiel das Gefühl von Macht. Das unterscheidet es auch vom Genre-Primus „Destiny 2“, denn dort müsst ihr erst sehr lange grinden, um solch ein Gefühl zu bekommen.

Diese positive Erfahrung hat auch der Reddit-User u/Highlord83 gemacht. Für ihn war die Demo so gut, dass er das Spiel direkt vorbestellt hat.

Outriders bedient eine Nische

Es scheint wichtig zu sein, mit welcher Erwartung man an das Spiel heran geht. Ihr solltet es nicht unbedingt als Deckungs-Shooter spielen, denn die Waffen spielen in „Outriders“ nur eine untergeordnete Rolle. Beim Anspielen des Titels ist uns das als erstes aufgefallen, denn den wahren Schaden verursachen die zahlreichen Fähigkeiten. Sie sind es auch, die den meisten Spaß bringen und mit den zahlreichen Möglichkeiten kann man seine Feinde spektakulär auf die Bretter schicken.

„Outriders“ macht also durchaus einiges richtig, denn es sucht sich in der doch recht überladenen Gaming-Landschaft eine Nische und rennt keinem Mainstream-Trend hinterher. Es liefert einfach eine abgeschlossene Singleplayer- oder Koop-Kampagne ohne viel Drumherum. Einen ähnlichen Move hat auch „Star Wars: Squadrons“ gemacht und damit einen vollen Erfolg erzielt. Viele Spieler kritisieren deshalb auch die Vergleiche zu „Destiny 2“ oder „The Division 2“, da sie irreführend sind. „Outriders“ wollte nie ein „Destiny“ oder „The Division“ sein. Wir von Gamelia kommen zu demselben Schluss. Es ist eher erfrischend, mal ein fertiges Spiel ohne Season-Pass oder Mikrotransaktionen spielen zu können.

Was haltet ihr von der Demo? Gebt ihr „Outriders“ eine Chance oder habt ihr es schon abgeschrieben? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.