Man nehme Battle Royal, packe die Minions ins Spiel sowie eine Prise Takeshi’s Castle und bunte Einhörner, mixe das Ganze und schon hat man das Konzept von „Fall Guys: Ultimate Knockout.“ Fall Guys ist ein kleines aber sehr gut umgesetztes Indie-Spiel und es begeistert derzeit Millionen von Spielern weltweit. In unserem Test sorgte der Mix aus dem witzigen Konzept und der knuddelig- bunten Aufmachung für jede Menge Spaß.

Zum Start des Spiels lockte das Game bereits über eine Million Spieler an. Das überforderte zum Release die Server der Entwickler. Diese bekamen das Problem aber verhältnismäßig schnell in den Griff. Sie entschuldigten sich auch prompt und spendierten den Spielern sowohl ein legendäres Kostüm, als auch 5000 Kudos (Ingame-Währung) für den Ingame-Shop.

Allein gegen die Welt?

In Fall Guys treten bis zu 60 Spieler in mehreren Etappen in verrückten Parcours-Rennen oder in Teamspielen gegeneinander an. Wer jetzt denkt, 60 Spieler seien zu wenig, der ist auf dem Holzweg. Denn diese reichen vollkommen aus, um sich gegenseitig bei den Hindernissen im Weg zu stehen, sich in den Abgrund zu stoßen oder um einfach wie ein wilder Mob das eine Loch in der Wand zu verstopfen.

Diese und viele weitere Möglichkeiten gibt es zuhauf. Denn die wahren Gegner sind nicht die Hindernisse, wie zum Beispiel drehende Scheiben oder Wippen, über die man balancieren muss, sondern die Mitspieler. Sie machen das ganze Spiel zu einem herrlichen Chaos. In manchen Etappen sind wir allerdings auf genau diese Chaostruppe angewiesen. Es gibt nämlich Team-Events, in denen wir per Zufall in zwei bis vier Mannschaften aufgeteilt werden und gemeinsam ein Ziel erreichen müssen. Dazu gehören das Durchspringen von Reifen, das Schieben einer großen Kugel über einen Hindernissparcour oder eine Art von Fußball, die ein wenig an Stefan Raabs Auto-Ball erinnert – nur ohne Autos.

Mit jeder Runde, die wir bestreiten, scheiden nach und nach mehr Spieler aus, sodass es meist nach der vierten oder fünften Etappe zum Showdown kommt, wo der letzte verbliebene Spieler die Krone nach Hause holt. Den meisten Spaß machen aber das Bezwingen der verschiedenen Aufgaben und besonders auch der Kampf gegen die anderen Mitspieler. Vor allem, weil Glück, Können und das pure Chaos so eng beieinanderliegen und man nie weiß, was als Nächstes passiert. Klar ist da auch ein wenig Frust vorprogrammiert, wenn man z.B. wegen des Gerangels anderer Mitspieler die Etappe nicht schafft oder weil sich die eigenen Teamkameraden wie die letzten Deppen aufführen. Aber das Gefühl war in unseren Sessions schnell verflogen. In der nächsten Runde ist man nämlich selbst der Depp oder es geschieht etwas unglaublich Lustiges.

Spaßfaktor Spielfiguren

Den meisten Spaß machen aber die knuffigen Figuren und die Outfits. Im Grunde sind die Figuren Bohnen mit Armen, die stark an die Minions erinnern. Die Entwickler nennen die putzigen Kerlchen auch „Beans“ (Bohnen) oder einfach Fall Guys. Mit ihren slapstickhaften Bewegungen und Geräuschen sind sie dazu erfunden worden, für Lacher zu sorgen. Den Rest machen die zum Teil lustigen Kostüme aus. So sind wir in unserem Test als lila Pirat mit Blitzstreifen im Gesicht durch die Gegend gerannt. Am meisten gelacht haben wir aber, nachdem wir in einer Gruppe zusammengespielt haben und den anderen bei ihren komischen Bewegungen zuschauen konnten. Einziges Manko ist, dass es leider keinen Splitscreen-Modus gibt, denn als Party-Spiel auf der Couch wäre Fall Guys geradezu prädestiniert.

Wie bereits angesprochen, verfügt das Spiel über verschiedene Anpassungsmöglichkeiten für die Fall Guys. So können Farbe, Muster und Gesicht angepasst werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, Ober- und Unterkörper mit verschiedenen Kostümteilen zu versehen. Die kosmetischen Optionen können entweder über den Aufstieg im saisonalen Fortschrittssystem freigeschaltet oder im Ingame-Shop gekauft werden. Für den Shop werden aber die Ingame-Währungen Kudos und Kronen benötigt. Kudos bekommen wir nach jeder abgeschlossenen Runde. Kronen kann man sich durch Siege verdienen und über die Saison-Reise bekommen. Die Kudos gibt es auch gegen Euro zu kaufen. Doch ist die Ausschüttung meiner Meinung nach ganz gut dosiert, sodass man, wenn man regelmäßig spielt, nicht unbedingt auf den Einsatz von Echtgeld angewiesen ist.

Langzeitmotivation Saison?

Kommen wir noch einmal auf die Saison zu sprechen. Sie läuft zwei Monate lang. Wie bereits auf der Gamescom angekündigt wurde, gibt es eine weitere Season. (Infos Season 2) Doch es wird vermutlich nicht reichen, die Spieler mit Wagenladungen neuer Kostüme zu überhäufen. Denn nach kurzer Zeit unseres Tests haben sich die Stages schon wiederholt. Dem Spielspaß hat das zwar keinen Abbruch getan, aber ein wenig mehr Abwechslung wäre dann doch schön. Auch ein Level-Editor wäre eine gute Ergänzung gewesen. Mit so einem Tool und der Kreativität der Spieler wären dem Spielspaß keine Grenzen gesetzt.

Fazit

Das Battle Royale-Genre war nie so wirklich meins, sodass ich am Anfang sehr skeptisch war. Aber nachdem ich die erste Runde gespielt habe, konnte ich nicht mehr aufhören. Das Gefalle, Gerenne und Herum-Geschubse der Figuren hat mir sofort gefallen. Auch der Faktor, dass ich gegen andere Spieler hier um eine Platzierung kämpfe, war nach einiger Zeit verschwunden. Zwar ist zwischenzeitlich auch einmal Frust aufgekommen, weil sich z.B. meine Team-Kollegen nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, aber das Gefühl war schnell wieder verflogen. Skeptisch bin ich nur bezüglich der Langzeitmotivation des Spiels. Da müsste noch einiges an Content kommen, damit ich mich länger mit dem Stoff beschäftigen würde. Aber für den Moment habe ich jede Menge Spaß und kann auch jedem empfehlen, es einmal auszuprobieren.

Bild: Mediatonic

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert